Hallo zusammen,
ich habe ein paar Fragen zu der Funktionalität "Varianten" in ARIS 10.03.
Gibt es inzwischen weitere Vorteile Varianten zu einem Modell anzulegen? Mir sind folgende bekannt:
- Übersicht aller ähnlicher Modelle
- bessere Vergleichsmöglichkeit der Modelle
Gibt es eine Möglichkeit die Varianten mit Varianten und/oder Varianten mit dem Referenzmodell zusammenlegen?
Wie wirken sich die Varianten im Reporting aus?
Danke vielmals im Voraus.
Osipova
Hallo Frau Osipova,
technisch können Sie sich die Variantenfunktionalität wie eine unsichtbare Kante zwischen zwei Objekten vorstellen. Am einen Ende befindet sich der "Master", am anderen Ende die "Variante". Das Besondere ist nun, dass eine solche "Kante" auch zwischen zwei Modellen möglich ist.
Die Existenz einer solchen Beziehung besagt also nichts weiter, als dass die beiden Objekte oder Modelle sich kennen. In der Anwendung interpretieren wir meist den Master als den allgemeinen Fall und den oder die Varianten als Spezialfälle.
ARIS unterstützt das Finden von Modellen oder Objekten entlang der Master-Varianten-Beziehung und die Vergleichsfunktionalität kann sie nutzen, um Master- und Variantenmodell in der Vergleichsansicht zu präsentieren. Der Modellvergleich kann aber auch ohne Master-Varianten-Beziehung durchgeführt werden.
Bei der Bildung einer Variante eines Modells über den Wizard unterstützt ARIS bei der Entscheidung darüber, welche Objekte in der Modellvariante als Objektvariante erscheinen sollen und welche als Ausprägungskopie verwendet werden sollen. In der Regel sollen insbesondere von Objekten aus sogenannten "Bibliotheken" keine Varianten gebildet werden.
Der Einsatzzweck für Variantenmodelle sollte genau definiert werden. Beispielsweise könnte der Soll-Prozess als Master definiert werden und davon Varianten in unterschiedlichen Organisationseinheiten gebildet werden, um die Spezifika dort zu berücksichtigen. So lassen sich Soll- und Ist-Prozesse miteinander in Beziehung setzen, die Unterschiede managen und ggf. Maßnahmen zur Harmonisierung planen.
Beim Reporting können Sie Variantenbeziehungen wie alle anderen Kanten auch auswerten. Auch der WYSIWYG-Report-Editor unterstützt die Navigation über diese Beziehung. So könnten Sie z. B. von einem Ist-Prozess zum Master-Sollprozess gehen und sich den dortigen Prozessverantwortlichen holen.
M. Zschuckelt
Betreffs Zusammenlegen von Modellen: Die Problematik unterscheidet sich nicht von der, zwei x-beliebige Modelle zusammenzulegen, die nicht in einer Variantenbeziehung stehen. Sie müssen eine Menge Entscheidungen treffen, die Ihnen keine Maschine abnehmen kann: Wo Sie Ausprägungen derselben Objekte haben, können sie einfach übernommen werden. Wo Sie mehrere Varianten oder Master und Variante haben, müssen Sie sich entscheiden, welches Objekt im Zielmodell erscheinen soll. Und schließlich müssen Sie auch noch entscheiden, welches der beiden Modelle entbehrlich ist. Das ist fachlich meist von untergeordneter Bedeutung, kann aber im Hinblick auf Versionierungs- und Veröffentlichungskonzepte einen Unterschied machen oder wenn eins der beiden Modelle ein Master für weitere Variantenmodelle ist.